Der Weißwedelhirsch kommt sehr häufig in verschiedenen Größenvarianten fast auf dem gesamten Gebiet Amerikas vor, seine Anwesenheit in freier Wildbahn in Europa ist dagegen sehr selten. Heute ist er nur noch in den Jagdbezirken in der Umgebung der Stadt Dobříš zu finden. Und hauptsächlich aus diesem Grund entstand der Gedanke, ihn auch in Gefangenschaft zu züchten, und zwar im Forstbezirk Svatá Anna, wo das Zuchtpotenzial dieser Wildart erhalten wird und wertvolle Informationen für die Zucht in freier Wildbahn gesammelt werden sollen. Denn obwohl der Weißwedelhirsch seit mehreren Jahrzehnten in der Region Dobříš zu finden ist und fast nicht gejagt wird, bleiben seine Bestandzahlen weitgehend gleich.

Der Gedanke, eine Zucht zahmer Tiere zu gründen, die aus Stücken bestehen sollte, welche durch zufällige Umstände in menschliche Obhut gelangt oder auf dem Gebiet des Forstbezirkes auf sonstige Weise bedroht waren, führte zur Idee, gleichzeitig eine Zucht im Schlosspark zu gründen und damit an die Tatsache zu erinnern, dass sich das Adelsgeschlecht Colloredo-Mannsfeld um die Einführung des Weißwedelhirsches nach Böhmen verdient gemacht hatte. Eine genauso wichtige Rolle spielte auch die Tatsache, dass im Jahr 2013 genau 160 Jahre nach der Einfuhr des Weißwedelhirsches nach Dobříš bzw. seit der ersten schriftlichen Erwähnung dieses Ereignisses vergangen waren. Gleichzeitig betrachten wir die Anwesenheit dieser interessanten Wildart in der Umgebung von Dobříš als eine Art geschichtliches Denkmal und behandeln sie auch so, genauso wie andere, leichter greifbare geschichtliche Denkmäler im Besitz des Geschlechts Colloredo-Mannsfeld.

Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus)

Seine Heimat und wichtigstes Vorkommensgebiet ist der nordamerikanische Kontinent, wo er das häufigste Hirschwild darstellt und in verschiedenen Formen vorkommt, die sich vor allem durch ihre Körpergröße unterscheiden. Um den Import dieser Wildart nach Böhmen, nämlich in den Zoopark bei Schloss Dobříš, machte sich die Adelsfamilie Colloredo-Mannsfeld verdient. Die ersten Informationen über dieses Ereignis stammen aus dem Jahr 1853. Später wurde es auch in Wildgehegen im Eigentum des Geschlechts Colloredo-Mannsfeld gezüchtet und gelang von hier aus in die freie Wildbahn. Die Population dieser interessanten Wildart blieb bis heute bestehen und wird in freien Jagdbezirken nördlich der Stadt Dobříš gehalten, welche somit die einzige Lokalität seines Vorkommens in freier Wildbahn in Böhmen sowie in ganz Mitteleuropa darstellen.

Morphologie und Biologie des Weißwedelhirsches

Die Sommerfarbe des Weißwedelhirsches ist Rotbraun, an der Unterseite des Körpers hat er weiße Abzeichen. Auffällig sind ein weißer Fleck unter dem Kinn und weiße Ringe um die Lichter (Augen), außerdem auch die Unterseite des Wedels (Schwanzes), wo das Fell länger ist. Bei Gefahr stellt das Wild seinen Wedel auf und bewegt ihn, was als visuelles Signal für das andere Wild dient. Bei erwachsenen Tieren ist der Wedel etwa 30 cm lang. Von hier stammt auch der Name „Weißwedelhirsch“. Die Winterfärbung ist Graubraun bis Dunkelbraun und die weißen Abzeichen sind schwächer ausgeprägt.

Die Körpergröße der tschechischen Wildpopulation ist im Vergleich zu verschiedenen Größenformen in der ursprünglichen Heimat durchschnittlich und entspricht etwa der Population im Staat Virginia (daher auch sein zweiter Name Virginia-Hirsch). Das Gewicht der Hirschkühe beträgt 25–35 kg, die Hirschböcke wiegen 35–55 kg.

Die Brunft findet von Ende Oktober bis Anfang Dezember statt, am intensivsten verläuft sie im November. Die Kälber werden meist Ende Mai und Anfang Juni gelegt. In der Regel handelt es sich um einzelne Hirschkälber, in den letzten Jahren stellen Zwillinge aber keine Ausnahme mehr dar. Aus der Heimat des Weißwedelhirsches gibt es in der Literatur auch Erwähnungen von Drillingen oder sogar Vierlingen.

Das Geweih besteht aus einer Knochenstange, die in einem ungewöhnlichen Bogen nach vorne geschwungen ist. Daraus wachsen senkrecht die Enden hinauf. Das Geweihwachstum ist abhängig vom Alter des Tieres und seiner genetischen Ausstattung. Seinen Höhepunkt erreicht das Geweih von Hirschen in einem Alter von sieben bis acht Jahren. Aus dem Blickwinkel der Anzahl der Enden wird er in unseren Bedingungen zu einem Achtender oder Zehnender. Bei älteren Weißwedelhirschen verliert das Geweih an Kraft und wird untypisch oder verschiedenartig deformiert, was es allerdings noch interessanter für Jäger macht. Dieser Fakt ist bei allen Hirschartigen gleich.

Das Verhalten des Weißwedelhirsches in freier Wildbahn erweckt den Anschein von Zutraulichkeit, das Wild ist aber intelligent und passt sich gut an verschiedene Situationen an. Besonders die Hirschkühe können auch tagsüber beobachtet werden. Beliebte Aufenthaltsorte sind Waldränder, kleine und feuchte Waldlichtungen und Flächen mit Himbeer- und Brombeerbewuchs. Der Hirsch gehört zu den sogenannten „Verbeißern“, genauso wie zum Beispiel das Reh, im Gegensatz zu den weidenden Hirschen oder Damhirschen. Die Anforderungen des Weißwedelhirsches an die Nahrungsqualität sind deshalb höher. In Anbetracht seiner Nahrungsbedürfnisse richtet er aber, im Gegensatz zum Rothirsch oder dem invasiv eindringenden Sikahirsch, keine wesentlichen Schäden in der Forst- und Landwirtschaft an.

Der Weißwedelhirsch besiedelt keine neuen Lokalitäten, was auch anhand seines einzigartigen Vorkommens in der Umgebung von Dobříš nachweisbar ist. Besonders die Hirschkühe bleiben ganzjährig an ihren Standorten, die in einem Umkreis von oft nur wenigen Hundert Metern liegen. Der Bewegungsradius der Hirsche ist wesentlich größer und vergrößert sich in der Brunftzeit. Diese Tatsache wird ihnen häufig zum Verhängnis, da sie Opfer von Verkehrsunfällen oder Wilderern werden.


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